Blog / Framente

Heimatbesuch. Ein paar Tage bei den Eltern, Grundschulfreunden und Erinnerungen. Es gibt Tage, an denen vermisse ich Stuttgart. Die Schwabstraße, den Schlosspark und das Drumherum. Den Kessel, das Grün und die Warteschlangen vor Poetry Slams. Zahlreiche kleine Momente. Schöne und traurige. Viel erlebt.

Zwei Roboter-ähnliche Figuren diskutieren mit Sprechblasen. Die linke Figur sagt "Common... it's not that... ...bad", während die rechte Figur antwortet "Yes, it is." Die Szene wirkt humorvoll und zeigt eine humorvolle Auseinandersetzung über unterschiedliche Meinungen.

Ich habe keine Ahnung von Kunst, trotzdem schaue ich sie mir gerne an. War nie gut im Bilder beschreiben. Und Hände sehen bei mir aus wie Baggerschaufeln. Kuba Gornowicz kann deutlich mehr. Irgendwie kalt. Unangenehm provokativ. Ehrlich. Ein paar Bilder haben den Weg an meine Wände geschafft. Irgendwann folgen weitere. Und in der Zwischenzeit könnt ihr seine Werke kaufen.

Man sitzt auf einer Parkbank. Beobachtet das Treiben. Verfolgt einzelne Personen. Lässt sich Geschichten einfallen. Verwirft diese wieder. Steht irgendwann auf und geht zu einem anderen Ort. So sollte es sein. Der 16-jährige Schüler Claude geht einen anderen Weg. Im Film “In Ihrem Haus” beschreibt er das Leben eines Klassenkameraden. Indem er sich in sein Leben einschleicht.

Dazu kommt es, nachdem sein Literaturlehrer die Leidenschaft fürs Schreiben in ihm weckte. Claude will immer mehr erfahren. Ergänzt seine Beobachtungen Kapitel für Kapitel. Und sein Lehrer folgt den Episoden gespannt. Gibt ihm Ratschläge, wie er den Leser fesseln kann. Es entwickelt sich ein spannender Thriller, bei dem niemals klar ist, was wahr und was erlogen war. Der Zuschauer liefert sich der Erzählung aus. Und geht mit mehr als einer offenen Frage aus dem Kino. Ein toller Film. Ein Film, der mich wieder motivierte, mehr zu schreiben. Zu Beobachten. Lange Texte zu veröffentlichen. Geschichten zu skizzieren und dem Leser den Feinschliff zu überlassen. (Review auf Zeit Online)

Ich hatte bereits vor einiger Zeit ein Timelapse-Video von Stuttgart verlinkt. Nun folgt Hamburg, wo ich nun seit über einem Jahr lebe. Ich fühl mich wohl. Langsam angekommen. Auch wenn es Dinge gibt, die mir fehlen. Menschen anders ticken. Ich bleib hier. Bis es mich weitertreibt.

Findest du mich?

Die Sonne geht unter. Ich gehe auf. In Melodien, die meinen Kopf fluten. In der Hand ein Stift. Seine Macken bohren sich in meine Haut. Du schläfst. Monoton hebt und senkt sich die Decke. Dein Kopf ruht auf meinem Kissen. Kannst es haben. Es gehört dir. Ich gehöre dir. Hab jeden meiner Gedanken auf einen Zettel geschrieben. Dir vorgelesen. Und du hast zugehört. Hast deine Welt pausiert, um meine aufzunehmen. Und nun sitze ich neben dir. Versuche leise diese Zeilen auf Papier zu bekommen. Darfst nicht aufwachen. Nicht wegen mir. Zu sehr genieße ich diese Ruhe. Die Ruhe nach dem, was war. 

Draußen ist nichts. Gelbschwarze Schatten an grauen Häuserwänden, hinter denen so viele Menschen auf der Suche sind. Die Augen stets geöffnet. Man darf nichts verpassen. Nichts übersehen. Nichts unbewertet entkommen lassen. Ich kenne das. Es ist ein Teil von mir. Eines von vielen. Du bist ein Teil von mir. Eines von vielen. Und das soll so sein. Muss so sein. Für diesen Augenblick. 

Ich finde mich… Findest du mich, wenn du nachher aufwachst? Frage ich mich. Und verlasse das Zimmer.