Ich wollte dich nie verlieren. Und hab dich deswegen verloren… Schön dumm.
Tag: Einweggedanken ×
Findest du mich?
Die Sonne geht unter. Ich gehe auf. In Melodien, die meinen Kopf fluten. In der Hand ein Stift. Seine Macken bohren sich in meine Haut. Du schläfst. Monoton hebt und senkt sich die Decke. Dein Kopf ruht auf meinem Kissen. Kannst es haben. Es gehört dir. Ich gehöre dir. Hab jeden meiner Gedanken auf einen Zettel geschrieben. Dir vorgelesen. Und du hast zugehört. Hast deine Welt pausiert, um meine aufzunehmen. Und nun sitze ich neben dir. Versuche leise diese Zeilen auf Papier zu bekommen. Darfst nicht aufwachen. Nicht wegen mir. Zu sehr genieße ich diese Ruhe. Die Ruhe nach dem, was war.
Draußen ist nichts. Gelbschwarze Schatten an grauen Häuserwänden, hinter denen so viele Menschen auf der Suche sind. Die Augen stets geöffnet. Man darf nichts verpassen. Nichts übersehen. Nichts unbewertet entkommen lassen. Ich kenne das. Es ist ein Teil von mir. Eines von vielen. Du bist ein Teil von mir. Eines von vielen. Und das soll so sein. Muss so sein. Für diesen Augenblick.
Ich finde mich… Findest du mich, wenn du nachher aufwachst? Frage ich mich. Und verlasse das Zimmer.
Ich falle. Falle nicht auf. Sondern in mich zusammen. Zusammen mit mir. Nicht dir.
Aber lach mich nicht aus.
Ich schreibe dir Zeile für Zeile. Weiße Blätter werden von schwarzen Buchstaben überwältigt. So viele Dinge, die ich dir sagen möchte - doch deine Sprache beherrsche ich nicht. Suche Worte, doch finde Leere. Greif nach ihr und stürze tiefer. Erinnerungen streifen meine Schulter. Hinterlassen graubunte Flecken. Schmerzen. Spüre deinen Atem auf meiner Haut. Drehe mich zu dir. Du hast dich verändert. Ich hab mich verändert. Möchte darüber sprechen. Mein Gegenüber lacht mich nur aus. Wendet sich von mir ab und lässt mich stehen.
Zeitsprung. Meine Beine sind zu schwach. Heben nicht ab und so stolpere ich durch die Zeit. Kratze an Häuserwänden um deine Handschrift unter meinen Fingernägeln zu tragen. Alles wird gut. Doch will ich das? Schneller Puls. Feuchte Hände. Stehe am Bahnhof. Warte auf dich. Den Blick zu Boden gerichtet. Dein Duft in der Luft. In meinen Haaren. Ein Moment. Stillstand.
Wache auf. Unterbewusst schlafend. Der Kopf auf ihrem Laken. Mein Handy klingelt. Ich sehe deine Nummer. Doch bevor ich abhebe, legst du auf. Löschst meine Nummer und läufst nach oben. „Lass mich dein Lächeln sein“. Aber lach mich nicht aus. Niemals.
Einfach durch die Gassen laufen. Händchen halten und von früher erzählen.
Deine Schönheit stellt alles in den Schatten. Nur meine Augen scheinen voller Sehnsucht.