Blog / Framente

Clueso begleitet mich nun schon die letzten Jahre durch unterschiedlichste Lebensabschnitte. Er schafft es dabei immer wieder, die richtigen Worte zu finden. Stimmungen musikalisch zu untermalen oder Gedanken in Melodien zu gießen. Im März kam sein fünftes Studioalbum auf den Markt, welches er mit einer großen Tour in Deutschland präsentierte. Ich durfte beim letzten Tourstop in Stuttgart dabei sein. Es war der Wahnsinn. Über die Jahre hinweg hat sich Clueso vom Hip Hop zum Singer/Songwriter-Genre bewegt, bleibt seinen Wurzeln aber merkbar treu. Das neue Album “An und für sich” beschreibt die Welt, wie er sie erlebt und fühlt. Beschreibt seine Lebensweise. Den Moment genießen. Das Leben auf sich zukommen lassen. Auch wenn einen traurige Gedanken einholen.

Insgesamt wirken die Texte erwachsener und ernster. Vielleicht auch auf Grund persönlicher Entwicklungen, die Clueso auf 17 Liedern verarbeitet. Zu meinen Anspieltipps gehört “Herz” und “Beinah”. Beides minimalistische Songs, die vor Allem mit ihrem Text überzeugen. Ein tolles Album. Und eine gelungene Tour. Was bestimmt auch am Gastauftritt von Philipp Poisel lag. Nebenbei möchte ich auch noch seine Marketingstrategie hervorheben: Jeder Konzertbesucher durfte sich das Album kostenlos im Vorfeld downloaden. Musikindustrie - aufpassen und lernen!

Alles in Ordnung

Wahres Glück sucht man nicht. Es findet einen. Zufällig. Unerwartet. Sofern man offen und neugierig durch die Welt geht. Und der Frühling ist eine perfekte Zeit, neue Wege zu gehen. Und so kann es passieren, dass du plötzlich neben einer Person stehst. Auf einer Brücke. Und dein komplettes Leben in Frage stellst. Alles in Ordnung ist ein Theaterstück, bei dem genau dieser Umstand eine lustige Serie an Momenten einleitet. Susa und Gerd durchlaufen verschiedene Ebenen des Kennenlernens. Erfahrungen, Sehnsüchte und Ängste werden durchlebt. Ein tolles Stück, das seit 2010 in der Theater Rampe Stuttgart aufgeführt wird. Und im Anschluss gab es Singer-Songwriter-Musik von Maximilian Mengwasser.

Ich besuchte die Vorführung mit ein paar Freunden im Rahmen des Kulturkartells 2011. Dabei handelt es sich um eine Serie von Konzerten, Theateraufführungen und Kunstausstellung. Veranstaltet vom Kulturpegel und RadioClash. Im Gespräch mit einem Veranstalter merkte ich, wie vielfältig die Angebote sein können. Und welche Kraft investiert wird, um den Besitzern des Tickets eine außergewöhnliche Erlebnisreihe zu präsentieren. 

Bin ich normal?

Diese Frage hat sich bestimmt jeder schon einmal in seinem Leben gestellt. Auch ich muss zugeben, dass ich als kleiner Junge oft nicht wusste, ob mein Handeln der Norm entspricht. Aber mit der Zeit habe ich gelernt, dass es kein richtig und kein falsch gibt. Jeder muss das tun, was er fühlt. Sollte sich so verhalten, dass er glücklich mit sich selbst wird. Leben und leben lassen. Solange ich dadurch niemanden verletze.

Vor wenigen Tagen habe ich eine Folge von 37Grad gesehen, die sich genau mit diesem Thema beschäftigte: “Ist mein Kind noch normal?”. Immer mehr Eltern neigen dazu, ihre Schützlinge in Schubladen zu stecken oder sie gleich beim Psychologen “testen” zu lassen. Mich haben die Ausführungen sehr schockiert, denn sollte man nicht gerade als Kind alles ausprobieren. Sich selbst erforschen ohne nachdenken zu müssen, ob der Rest der Gesellschaft das auch machen würde… Ich bin für Entwicklungs-Freiheit bei Kindern und mehr Ehrlichkeit zu sich selbst. Egal in welchem Alter. Schließlich leben wir alle doch nur einmal. Denn was ist ein Leben, das mich einschränkt und der Masse unterwirft!? 

Du bist.

Bekanntermaßen bin ich ein sehr großer Fan des deutschen Sprachgesangs. Auch wenn es in den letzten Monaten nur sehr wenige gute Alben gab. Dazu zähle ich die Werke von Marteria, Maeckes, Blumio und Prinz Pi. Eben zuletzt Genannter hat sein komplettes Äußeres verändert und mit seiner Platte Rebell ohne Grund ein Meisterwerk erschaffen. Mit Sonnenbrille und gewohnter Lässigkeit spricht er unter Anderem über Liebe, die Rap-Szene, deutsche Soldaten und den Selbstmord einer Ex-Freundin. Und das auf so ehrliche Weise, dass man ihm jedes Wort glaubt. Er verarbeitet Kindheitserinnerungen und setzt sich mit seinen innersten Gefühlen auseinander. Das gefällt mir. Ein Konzeptalbum, das sich also keiner entgehen lassen darf. Ich freue mich auf das Konzert am 13. Mai 2011 in Tübingen