Hab mich oft gefragt, was einen richtigen Mann ausmacht. Was Männlichkeit ist. Hab mich verglichen. Früher auf dem Basketballplatz. Dann im Büro und auf Parties. Soll stark sein. Halten. Soll emotional sein. Weich. Beides gleichzeitig, nicht nacheinander. Fühlte mich unsicher. Und bin damit nicht alleine. Diese Unsicherheit ist der Grund für radikale Parteien und die Manosphere. Für den Wunsch nach einfachen Lösungen. Klaren Schuldigen. 

Björn Süfke spricht über antrainierte Gefühlsabwehr. Ärger als einzig akzeptierte und benennbare Emotion. Dahinter Trauer, Scham, Schuld und Angst. Verdrängen als Flucht. Arbeit als Flucht. Nicht ich bin das Problem. Ein System, das formt. Süfkes Ansatz: liebevolle Konfrontation. Nicht frontal. Nebeneinander, wie auf einer Parkbank. Unsicherheit benennen. Legitimieren. Hab irgendwann angefangen darüber zu sprechen. Mit Freunden und Freundinnen. Schenke dem Begriff Männlichkeit immer weniger Bedeutung. Entscheide mich für Werte. Für Verhaltensweisen.