Andreas Spiegler.

Den Kopf voller Träume und den Mund voller Schokolade. Tagsüber Senior User Experience Consultant bei IBM Interactive Experience. Nachts auf der Suche nach Einweggedanken. Mehr...

Andreas Spiegler.

Ein Tag am Meer tut verdammt gut. Auch wenn da kein Meer ist.

Ein Tag am Meer tut verdammt gut. Auch wenn da kein Meer ist.

Habe die Tür leise hinter mir zugezogen. Fluchtversuch. Lasse meine Gedankenburg für ein paar Stunden alleine und streife ziellos durch die Straßen. Drei Jahre Hamburg. In den Norden geflüchtet, um die Vergangenheit zu verdrängen. Sie hat mich eingeholt und bringt mich heute regelmäßig zum Grinsen. 
Laufe auf holprigen Wegen. Immer noch. Alte Villen tragen schickes Weiß, während große Bäume den Einblick verhindern. Nur nicht zu viel preisgeben. Unerreichbar. Hatte meine Probleme mit den Menschen hier, denn es dauerte oft zu lange bis Fassaden fielen. Bin ein zu offener Mensch, der viel in sich trägt. Teilen möchte. Und laut darüber lachen. Das tut man hier nicht einfach so.
Dennoch fand ich einige Gleichgesinnte. Wichtige Begleiter in stürmischen Phasen. Fühle mich wohl im Norden. Kann Straßennamen aufsagen und mit anderen Menschen Geheimtipps teilen, ebenso wie gemeinsame Geschichten und Erzählungen. Noch immer kein Stammlokal. Noch immer mein Dialekt. 
Ich werde hier nicht für immer bleiben - denn es fehlt etwas. Alte Freunde. Familien-Umarmungen. Ruhe. Irgendwann geht es wieder in den Süden. Doch bis dahin lass ich mich treiben. Durch Straßen und Kanäle. Hier in Hamburg. Ganz weit oben.

Habe die Tür leise hinter mir zugezogen. Fluchtversuch. Lasse meine Gedankenburg für ein paar Stunden alleine und streife ziellos durch die Straßen. Drei Jahre Hamburg. In den Norden geflüchtet, um die Vergangenheit zu verdrängen. Sie hat mich eingeholt und bringt mich heute regelmäßig zum Grinsen. 

Laufe auf holprigen Wegen. Immer noch. Alte Villen tragen schickes Weiß, während große Bäume den Einblick verhindern. Nur nicht zu viel preisgeben. Unerreichbar. Hatte meine Probleme mit den Menschen hier, denn es dauerte oft zu lange bis Fassaden fielen. Bin ein zu offener Mensch, der viel in sich trägt. Teilen möchte. Und laut darüber lachen. Das tut man hier nicht einfach so.

Dennoch fand ich einige Gleichgesinnte. Wichtige Begleiter in stürmischen Phasen. Fühle mich wohl im Norden. Kann Straßennamen aufsagen und mit anderen Menschen Geheimtipps teilen, ebenso wie gemeinsame Geschichten und Erzählungen. Noch immer kein Stammlokal. Noch immer mein Dialekt. 

Ich werde hier nicht für immer bleiben - denn es fehlt etwas. Alte Freunde. Familien-Umarmungen. Ruhe. Irgendwann geht es wieder in den Süden. Doch bis dahin lass ich mich treiben. Durch Straßen und Kanäle. Hier in Hamburg. Ganz weit oben.

Der Schal.

Ein leises Summen. Die Hände im Schoß. Gefaltet. Ihr Gesicht regungslos - nur ihre Augen wandern den Bahnsteig entlang. Ihr roter Schal greift an ihrem Hals empor. Hält ihn fest. Drückt ihn. Und gibt der Kälte keine Chance. Nicht nur der Kälte - auch den Schlägen ihres Herzens. Zwängt es in ein unsichtbares Korsett und lässt es erstummen.

Nach und nach fahren Züge ein. Menschen strömen heraus. Suchen hektisch den Ausgang. Wollen raus und in alle Himmelsrichtungen entfliehen. Dieses Spiel wiederholt sich. Nur die Frau bleibt sitzen. Streicht sich ein ums andere Mal die Haare aus dem Gesicht. Sie wippt. Unscheinbar.

Wartet oft an diesem Gleis. Eigentlich jeden Tag seitdem die Blätter fallen. Ihre Taschen sind leer, doch ihr Inneres bis zur Kante gefüllt. Gefüllt mit Schmerz, Sehnsucht und Erinnerungen. Gefühle für ihn. Den sie doch schon so lange nicht mehr gesehen hat. Und unbedingt wieder sehen möchte. Ihn endlich wieder in die Arme schließen zu können. Einer ihrer leisen Träume. Doch dieser Tag kommt nicht. Dafür ging er. Lies sie alleine zurück und suchte sein Glück in der Ferne. Wollte ausbrechen und brach somit sie.

Man merkt es ihr nicht an. Denn sie ist eine starke Frau. Achtet auf ihren Körper, doch misshandelt ihre Seele. Lautsprecherdurchsagen weißen auf Verspätungen hin. Der folgende Zug hängt im Tunnel fest. Ihre Gefühle hängen im Hals fest. Weichenstörung. Personenschaden. Ihr Lächeln zerbricht. Plötzlich und unerwartet. Ihre Hände entfalten sich. Zucken träge. Sie schaut nach links. Schaut auf die hellen Buchstaben an der Decke. Die Bahn ist weiter verspätet. Der Tunnel bleibt dunkel. Sie rückt nach vorne. Ist am Rande der Bank angekommen. Ihre Hände spüren den Abgrund. Halten ihn fest. Noch.

Manchmal muss man Dinge hinter sich lassen. Muss weitergehen und darf nicht zurückblicken. Das Schwierigste ist der erste Schritt. Aufstehen und los marschieren. Den Blick nach vorne gerichtet.

Ein leises Dröhnen auf den Schienen. Es kündigt den Zug an. Licht durchflutet den Tunnel. Der Bahnhof wird vom Schreien der Wagons erfüllt. Langsam und behäbig kommen die Tonnen voll Knochen und Gefühle zum Stehen. Die Türen öffnen sich schüchtern. Und die Massen strömen aus den Abteilen.

Die Frau ist weg. Hat den Schritt gemacht. Den einen großen Schritt.

Nun ist sie am Ende der Rolltreppe angekommen. Hat die Bank hinter sich gelassen. Ihre Arme treiben sie rhythmisch nach vorne. Und ihr Herz hinterlässt eine Spur an Erinnerungen auf dem dreckigen Boden. Nur noch ihr Schal liegt leblos auf der Bank. Dort, wo er hingehört. Ihr Hals spürt die warmen Sonnenstrahlen. Und bringt ihr Lächeln zurück. Stück für Stück.

Enter Pyongyang zeigt uns Einblicke in eine Nation, von der ich ein sehr eingeschränktes Bild habe. Nordkorea. Die Hauptstadt und ihr Alltag werden mittels beeindruckender Time-Lapse-Animationen gezeigt. Und irgendwie kommt es einem vor, als prallen hier unterschiedliche Epochen aufeinander. Alles streng kontrolliert. In sich geschlossen.